Veranstaltungen | Eingeschrieben

Eingeschrieben - Recommandé. Neue Schweizer Literatur in der Hauptpost

St. Gallen empfängt Post. "Eingeschrieben. Recommandé". Absender sind Autorinnen und Autoren aus der Schweiz, aus allen Sprachregionen. Der Inhalt ist eine Wertsendung: Erfahrungen der Welt, eingeschrieben in Romane, Erzählungen und Gedichte. Empfänger sind Sie: Leserinnen und Leser. Im Raum für Literatur in der Hauptpost werden die Sendungen geöffnet. Schreibende stellen ihre neuen Texte vor. Lesende sind eingeladen, zuzuhören und sich am Gespräch zu beteiligen. Denn die Veranstaltungsreihe "Eingeschrieben" will keine Stille Post sein, sondern der Literatur Raum geben.

Verantwortlich für das Programm: Eva Bachmann in Zusammenarbeit mit der St.Galler Freihandbibliothek

Alle Veranstaltungen finden im Raum für Literatur statt, Hauptpost St. Gallen, Eingang St. Leonhardstr. 40, 3. Stock
Eintritt 12 CHF, ermässigt 5 CHF

 

Vincenzo Todisco "Rocco und Marittimo"

Dienstag, 7. Februar 2012, 19.30 Uhrtodisco_rocco
Zweisprachige Lesung italienisch/deutsch 

Rocco e Marittimo nascono nel 1965, nel "treno della speranza", jenem Zug, der die Emigranten aus Süditalien in die Schweiz bringt. Nessun viaggio di speranza, aber Marittimo fliegt in die Arme des anarchischen Onkels Leopardo, der ihn durch die verschlungenen Wege seiner Fantasien bis zum Meerungheuer Talicubra führt. Vincenzo Todisco, figlio di emigranti italiani, è autore, docente all'Alta scuola pedagogica dei Grigioni e vive a Rhäzüns. I suoi romanzi sono in lingua italiana, sie sind jedoch auf Deutsch übersetzt.

La serata si terrà in collaborazione con la "Società Dante Alighieri di San Gallo"

Moderation: Renato Martinoni, Eleonora Rothenberger

Vincenzo Todisco ist ein ursprüngliches Erzähltalent, seine Erfindungen sind geprägt von einer Leidenschaft für Rebellion und Utopie.


Ursula Fricker "Ausser sich"

Donnerstag, 8. März 2012, 19.30 Uhr

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Katja und Sebastian: ein Ehepaar, knapp 40, kinderlos, beide Architekten. An einem Samstag im Sommer erleidet Sebastian einen Schlaganfall - er überlebt, doch geistig schwer behindert. Das Leben gerät aus den Fugen. Katja kümmert sich um ihn. Aber wie weiterleben mit einem Mann, der seine Frau  nicht mehr kennt, der auf nichts reagiert? Wie weiterleben mit dem Geliebten, der nichts mehr weiss von den gemeinsamen Träumen? Aus der Perspektive von Katja erzählt die Schaffhauser Autorin Ursula Fricker diese Geschichte vom Bewältigen einer Situation, die moralische Grundsatzfragen aufwirft. (Flyer)

Ein subtil erzählter Roman über einen Ausnahmezustand, der in wahrsten Sinn des Worts ans Lebendige geht.

 


Douna Loup "L'embrasure" / "Die Schwesterfrau"

Mittwoch, 4. April 2012, 19.30 UhrLoupe_embrasure
Zweisprachige Lesung französisch/deutsch

Douna Loup ist in Frankreich aufgewachsen und lebt in der Nähe von Genf. Ihr spannender und berührender Erstlingsroman wurde mit dem Förderpreis der Schweizerischen Schillerstiftung, dem Prix Michel Dentan und dem Prix Senghor du premier roman francophone ausgezeichnet.

Douna Loup donne la parole à un jeune héros qui n’est pas à priori très sympathique: sa grande passion est la chasse, alors que ses amis, sa famille et ses aventures amoureuses passent au second rang. Mais la rencontre avec un homme qui s’est donné la mort et avec une jeune fille très particulière bouleversent sa vie.

Gespräch und Lesung mit Ruth Gantert, in Zusammenarbeit mit der Alliance française de St-Gall und der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen. (Flyer)

Selten sind solche Erstlinge, die gleich auffallen durch ihre Atmosphäre, durch ihre besondere Anmut und Poesie, kurz: eine eigene Stimme. (Le Monde)

Irena Brežná "Die undankbare Fremde"

Mittwoch, 9. Mai 2012, 19.30 Uhr

Brezna_FremdeIrena Brežná ist in der Slowakei geboren, lebt seit 1968 in der Schweiz und arbeitet als Gerichtsdolmetscherin und Kriegsberichterstatterin. Auf dieser Lebenserfahrung gründen ihre Bücher. In "Die undankbare Fremde" sagt das Flüchtlingskind dem Beamten an der Grenze: "Ich glaube an eine bessere Welt." Aber dann erweist sich die Schweiz als ein von Zäunen verstelltes Paradies voller Ordnungshüter. Die Heranwachsende rebelliert gegen die Regeln, die das fremde Land ihr aufzwingt. Um den Grenzgang zwischen Eigensinn und Anpassung kreisen auch die eingestreuten Erzählungen einer Dolmetscherin zwischen Emigranten und Behörden. (Flyer)

Ein Roman, der auf engstem Raum Verletzung und Aufbegehren, Spott und Hohn, schwarzen Humor, Poesie, Menschlichkeit und Versöhnung vereint.

Peter von Matt "Das Kalb vor der Gotthardpost"

Mittwoch, 6. Juni 2012, 19.30 UhrVonMatt_Kalb

Als "bildungssatt und erkenntnishungrig" hat Fritz Raddatz einst Peter von Matt bezeichnet. Tatsächlich hat der Literaturprofessor immer wieder Hunger und auch Lust gezeigt, aus alten Texten Neues herauszulesen. Darüber hinaus ist Peter von Matt ein begnadeter Erzähler, der sein Publikum gern auf geistreiche Expeditionen ins Reich der Literatur mitnimmt. Und er ist ein kritischer Patriot, der Literatur und Politik nicht als getrennte Sphären betrachtet. So geht es auch in seinen neuen Essays um die Schweiz zwischen Idylle und Globalisierung.

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur St.Gallen. (Flyer)

Dieses Buch führt vor Augen, dass und warum die Beschäftigung mit Literatur mitten ins Herz des staatsbürgerlichen Bewusstseins trifft.